California, Arizona, Nevada, Utah

Von San Francisco bis Las Vegas.
Anfangs klappte überhaupt nicht’s. Es lief sogar so ziemlich alles schief mit unserer Bustour. Oje, das fängt ja gut an. Doch es kam gut und wir durften eine super geniale Tour, welche uns all die wunderschönen Staaten zeigten und wir ganz viele interessanten Infos erhielten erleben. Wir freuten uns sehr auf die Tage, wo wir nur rein sitzen dürfen und nicht selber fahren, organisieren, Übernachtungen buchen, Karte lesen etc. in die eigenen Hände nehmen müssen. Am ersten Tag wollten wir gleich durch’s Death Valley fahren. Das Tal liegt ca. 85,5 m unter dem Meeresspiegel. Dass es im Sommer 48 Grad haben kann ist nicht aussergewöhnlich. Doch dass es im Tal des Todes Sturmfluten gibt schon. Nach Jahren der Trockenheit, kam der plötzliche Regen und dies in Strömen. Natürlich genau als wir dort waren und durch fahren wollten. Was wir aber zu unserer Sicherheit nicht taten. Bei Sturmfluten regnet es ganz stark und durch dass der Boden komplett ausgetrocknet ist, kann das Wasser nicht ablaufen. So entwickeln sich in kurzer Zeit Schlamm und Geröll, das in Strömen fliesst.
Unsere Alternativroute war dann die Sierra Nevada. Über den Tioga-Pass und durch den Yosemite Nationalpark. Wir sahen nicht immer sehr viel, aber dass was wir sahen ist eine absolut traumhafte Landschaft. Zuerst Wüste mit Joshua Bäumen, vielen Salbei und Wachholderbüschen. Dort erblickten wir auch Wildesel, Wildpferde und sogar Steinböcke. Kurvenreich ging es dann bei starken Regenfällen und komplett verhangenem Himmel über den Pass, der 3300 m hoch liegt. Eine sehr imposante Gegend. Was uns dann im Yosemite Nationalpark absolut begeisterte war, als wir nach ein paar Schritten durch den Wald mit Kieferbäumen an einen Sandstrand liefen, vor einem See standen und überall die ganz grossen Granitsteine sahen. Bei Sonnenschein hätte das Prachtfotos gegeben, aber eben wir kamen durchnässt und ohne die tollen Fotos wieder zu unserem Bus zurück.
Ein Highlight war dann am nächsten Tag San Francisco mit den vielen Sehenswürdigkeiten, der unvergesslichen Fahrt mit dem Cable Car, die Lombardstreet, die Fisherman‘s Wharft, natürlich der Golden Gate Bridge, der Aussichtspunkt vom Peaks über die Stadt und Nachts einen unvergesslichen Anblick von Treasure Island zu der beleuchteten Bay Bridge und der Down Town San Francisco. Es gibt ganz viele Bilder und Poster genau von diesem Standpunkt aus. Aber wenn man selber dort steht, die bessere Hälfte neben sich hat, der Wind und der Duft aufnimmt und erst noch ein Glas Champagner in der Hand hat, dann gibt es definitiv keine Worte mehr. Wir waren allerdings nicht alleine dort. Vier kleine süsse Waschbären haben uns Gesellschaft geleistet. Ein weiterer ganz eindrücklicher Ausflug war mit der Fähre nach Alcatraz, das ehemalige Gefängnis von 1933 – 1964. Mit einem Hörgerät wurde man in diese Zeit zurück versetzt. Man hörte die Eisentüren der Gefängnisgitter, einen Fluchtversuch mit Schiesserei, laute und unheimliche Geräusche und schreiende Stimmen. Wir sahen in die schrecklichen Zellen, Sanitären Anlagen, den Innenhof etc. Die Geschichte dazu ist völlig spannend und eindrücklich. An den Wänden gibt es ganz grosse Portraits der Gefangenen und ihre Geschichte dazu. Am Schluss trafen wir sogar noch ein ehemaliger Gefangener. Der Mann ist heute 85 Jahre alt, schrieb ein Buch und signierte es vor Ort. Komisches Gefühl ihm gegenüber zu stehen.
Am nächsten Tag ging es weiter zur Halbinsel Monterey, wo der berühmteste Golfplatz Amerikas am Pebble Beach liegt. Den 17 Mile Drive, wo die ganz Reichen wohnen, Schauspieler, Filmstars und sonstige Berühmtheiten, welche Häuser zwischen 4 und 27 Millionen besitzen. Was für Autos davor stehen, könnt ihr Euch ja vorstellen. Was mich besonders freute, war beim Mittagessen auf der Warft, ganz viele Möwen, Pelikane, Hafenseelöwen und am allerschönsten Fischotter zu sehen. Die sind so was von süss. Schwimmen immer auf dem Rücken, tauchen zwischendurch ab, machen Bauchrollen und plötzlich strecken sie die Köpfe wieder aus dem Wasser. Als es der Küsten nach entlang auf dem Highway 1 weiterging, sahen wir bei Santa Barbara Delphine springen. Unglaublich wie viele Tiere wir schon sehen durften. Weiter ging es zum berühmten Malibu Beach, Venice Beach, nach Santa Monica und dann waren wir in Los Angeles.
Keine besondere Stadt, aber mit Hollywood alles aufgebauscht in einer glitzernden und pompösen Welt. Du stehst da, staunst und schüttelst den Kopf. Die Strasse ist voller Sterne der Stars und natürlich überall Hand und Fussabdrücke der Stars.
Am nächsten Tag ging es dann weiter Richtung Arizona. Unterwegs nach Flagstaff sahen wir eine alte Mienenstadt, Calico Ghost Town. Wir legten eine sehr lange Strecke von LA nach Flagstaff durch die Wüste zurück. Aber im Bus sitzen, hinausträumen, sich Cowboys vorstellen und Countrymusik hören sind Glücksgefühle.

GRAN CANYON
Ein absoluter Höhepunkt. Wir standen sprachlos da und staunten über ein unglaublich faszinierendes Naturwunder. Diese Landschaft ist hammermässig!
Ein Moment den wir mit unseren Bildern nicht gleich rüber bringen können. Man muss selber dort stehen und selbst dann hat man noch das Gefühl, als sei es ein Traum. Total imposant und grossartig. Einfach nur wow…..!
Bevor es zum Brice Canyon weiter ging, übernachteten wir in Page am wunderschönen Lake Powell. Eine ganz tolle Landschaft mit einem schönen, blauen See mit ganz vielen Nebenarmen, die sich durch die Gegend schlängeln. Dort im Glen Caynon besichtigten wir auch den Staudamm.

Bryce Canyon
Auf dem Weg dorthin, sahen wir viele Rehe, Streifenhörnchen und Erdmännchen. Eigentlich unglaublich, was wir an Tieren schon sehen durften. Doch es waren uns nicht alle willkommen. Die Flöhe haben z.B. ziemlich gejuckt. Ich sehe noch immer wie ein Streuselkuchen aus und werde fast wahnsinnig und man sollte ja eigentlich nicht kratzen. Doch trotz Tabletten und Salbe war das kaum auszuhalten. Zu unserer grossen Freude war der Himmel stahl blau als wir auf 2800 Meter am Bryce Canyon ankamen. Dieser Canyon hat alles übertroffen. Der ist unbeschreiblich. Superschöne Farben der Feegesteinen in weiss und rot. Die Wanderung durch den Bryce Canyon, welche ich bereits vor 26 Jahren schon mal erleben durfte, hat mich nochmals von neuem umgehauen. Der absolute Wahnsinn. Mit den Fotos können wir Euch ein kleiner Einblick geben, aber unsere überwältigten Gefühle können wir nicht weiter geben. Diese sind und bleiben in unseren Herzen.

Zion Nationalpark
Der Zion Nationalpark war wieder ganz anders. Diese abwechslungsreichen Wunder machen es so spannend und interessant. Wir kommen kaum mehr aus dem Staunen.
Bis wir nach Las Vegas eintrafen. Das ist ja wohl die verrückteste Stadt. Eine Stadt mitten in der Wüste voller Lichter, leuchtenden Werbetafeln, z.T. ganz spezieller Leute (dort darf man rum laufen, wie man will. Ob viel Stoff oder wenig, ob Glitzer, Glimmer oder bemalt). Abends werden ganz viele Shows, Musicals und Theater angeboten. Wir genossen einen Abend bei Legends in Concert, wo Frank Sinatra, Michael Jackson, Blues Brothers, Madonna etc. auftraten. Gewaltig! Elvis the King steht dann am Freitag auf dem Programm. Yes, Yes, Yes!
Was aber der absolute Höhepunkt war, ist die Hochzeit von Angelika und Harald, welche wir miterleben durften. Mit der langen schwarzen Limousine wurden wir vom Hotel abgeholt und fuhren zu einer kleinen Wedding Chapel. Dort fand die Trauung statt. Etwas gewöhnungsbedürftig aber amüsant. Nachher floss der Champagner und das in Plastikbechern. Typisch Amerikaner, das gibt es auch nur hier. Die haben wirklich keine Kultur. Dann ging es in’s Casino zum Bier trinken, welches literweise aus Plastikkrügen serviert wurde, Essen und Roulette spielen. Dieses Abenteuer war einmalig und wir werden es nie vergessen.
Nun sind wir nochmals drei weitere Tage hier in Las Vegas. Mal schauen, was da am 31.10. bei Helloween abgeht. Das Spielen am einarmigen Bandit gehört natürlich auch dazu.
Am Sonntag geht es dann weiter nach San Diego, wo wir nochmals drei Nächte verbringen bevor es alles abwärts Richtung Süden geht.
Ende Nov. sollten wir in Santiago de Chile sein, was nachher kommt wissen wir noch nicht. Je nach luck oder bad luck beim Spielen.
Ihr werdet es dann hören. Wir freuen uns sehr auf einen neuen spannenden Monat und grüssen Euch Alle ganz herzlich.
Susanne und Patrick

Highway 101

Von Seattle nach San Francisco.
Durch die Staaten Washington, Oregon und California.
Zu Seattle gibt es nicht viel zu sagen. Der Needle Tower war eindrücklich und da gerade ein Turmrennen war spannend. Aber sonst hat uns jetzt diese Stadt nicht aus den Socken gehauen.
Wir erlebten jedoch 7 tolle Tage bis nach San Francisco. Wir nahmen die Küstenstrasse auf dem Hwy 101. Diese war sehr schön und sehr abwechslungsreich. Wir hatten ganz tolle Küstenabschnitte, wo wir auch sehr viele Seelöwen sahen und viele Felsbrocken im Meer sind. Dünenlandschaften, Wälder, Hügellandschaften, felsige Gebiete und riesengrosse Mammutbäume, welche fast bis zum Himmel ragten. Leider am Anfang wenig Sonne, etwas neblig und vorwiegend bewölkt. Im Pacific stand ich mit den Beinen drin, der ist ja eisig kalt. Dort in Oregon hatten wir auch noch Pullover und Jacken an. Doch kaum waren wir über der Grenze nach Californien, genossen wir strahlender Sonnenschein, ein prächtiger Sternenhimmel und angenehme, warme Temperaturen. Am Upper Lake hatten wir ein schönes, kleines Zimmer direkt am See. Traumhaft. Eigentlich wollte ich sofort hinein springen, dachte aber vielleicht gehen wir erstmal mit den Kajaks auf’s Wasser raus. Eine sehr wackelige Sache, sodass ich gerade unfreiwillig ein Bad nahm. Plötzlich machte es Pflutsch und schon flog ich Kopfüber in’s Wasser. Zum Glück konnten meine Schuhe auch schwimmen, sodass ich zumindest diese wieder fand. Beim zweiten Versuch dasselbe, doch das dritte Mal hat es geklappt. Hat Patrick etwa nicht gut gehalten ??? Denn er kam erstaunlicherweise als ich fest hielt, trocken in’s Kajak. Einerseits komisch, anderseits typisch. Aber egal, das Wasser war warm, wir hatten etwas zu lachen und es hat Spass gemacht. (Magst du Dich erinnern Rolf, als du vor 26 Jahren mit mir den ersten Kajak Ausflug gemacht hast? Es hat auch sehr viel Spass gemacht. Ich weiss nicht mehr welchen Fluss runter und in welchen See, aber ich weiss noch genau als ich auf dem Inseli aussteigen wollte. Dort war es allerdings kälter gewesen und ich hatte mehr Kleiderschichten an, als es Pflutsch machte und ich im Wasser lag).
So wie es im September abnormal kalt in Canada war, so ist es nun abnormal heiss für den Oktober in Californien. Wir dürfen im Moment gegen 30 Grad geniessen. Nächste Woche in Las Vegas gute 35 Grad. Mit unserem schwarzen Jeep machten wir täglich nicht allzu lange Strecken und übernachteten auch sehr abwechslungsreich. Wir stellten fest, das Patrick die guten Hotels ein bisschen mehr in der Zivilisation oder dort wo etwas mehr Leben ist mag und ich eher die einfacheren Lodges an den abgeschiedenen Orten. Am liebsten an einem See, am Meer oder im Wald. Ich geniesse die Stille und Ruhe und Patrick ist es wohler, wenn ein bisschen Betrieb ist. Dabei ist es sonst eher umgekehrt.
Was uns auch sehr gut gefallen hat, war das wunderschöne Nappa Valley durch all die Rebberge, Farmen und kleinen Schlösser. Zum Teil fast wie in der Toscana. Natürlich durfte auch das Vinetasting nicht fehlen. Wir haben auf Euch Alle mitangestossen. Zum Wohl und auf gute Gesundheit!
Nun sind wir gestern gut in Frisco angekommen, haben das Auto zum Glück schadenfrei zurück gebracht. Zum Teil hatten wir Strasse mit Kurven, welche schlimmer waren als nach Indemini, im Ticino. (magst du Dich erinnern Barbara? Mit dem nassen Laub war es noch rutschig). Selbst als Fahrer wurde mir übel. Beim durch fahren des Mammutbaums war Geschicklichkeit gefragt (darum sass ich am Steuer, hihi). Aber das anstrengendste, fand ich immer noch auf dem 5 spurigen Highway nach San Francisco zu fahren. Links und rechts flitzten die Autos vorbei. Selber mussten wir auch ständig die Spur wechseln und nach Karte, Schildern, Wegweisern, Exit und Strassennamen achten, um am richtigen Ort anzukommen. Nun ziehen wir zu Fuss durch die Strassen von San Francisco. Zu unserer Jugendzeit war es noch Insp. Steve Heller (Michael Douglas) der die Strasse von San Francisco im Fernseher unsicher machte. Unsere letzten Besuche liegen über 20 Jahre zurück. Mal schauen, ob wir die Stadt noch ein wenig kennen.
Also tschüss, wir ziehen los.
Zuerst zur Fisherman’s Warft Pier 39. Das ist bestimmt allen ein Begriff, die diese Stadt kennen.

 

Goodbye Canada

It was great!
Mir fiel es echt sehr schwer nach diesen 10 Wochen das tolle Land und die netten Leute zu verlassen. Laut unseren Erfahrungen wird Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft gross geschrieben. Wir staunten immer wieder von neuem. Wir fühlten uns als Tourist absolut willkommen. Sei es in den Geschäften, Campgrounds, Hotels, bei den Öv’s. etc. einfach überall gab es ein warmes Welcome in Canada. Ups sorry, jetzt muss ich mich gerade für einmal korrigieren. Es war aber wirklich nur das eine Mal. Meine Stimme wurde etwas lauter (was man von mir eigentlich nicht gewohnt ist). Ich habe auf Englisch ausgerufen, dass ich mich selber nicht mehr kannte. Das war aber auch wirklich nur das aller einzige und letzte Mal. Man hat mich dieser doofe Typ genervt.
Ansonsten sind wir absolut begeistert und können nur sagen; jederzeit sofort wieder. Wir dürfen von dort ganz viele schöne Erlebnisse, unvergessliche Erinnerungen und super Abenteuer mitnehmen.
Nun sitzen wir im Zug nach Seattle und sind gespannt, was uns in den USA alles erwartet. Wir sind zum Glück, bis auf unser Übergewicht (ich sage jetzt nicht ob Gepäck oder Body) gut über die Grenze gekommen. Es war allerdings ganz speziell. Ähnlich wie beim Flugzeug. Verschiedene zuständige Personen, sei es für das Ticket, die Platzeinteilung, Sicherheitskontrolle (dort mussten wir unsere extra für die Zwischenmahlzeit eingekauften Bananen herunter drücken) Zollkontrolle und dann ging es mit den Gepäckstücken zum Postwagen, dort wurde abgemessen und gewogen. Der Zug selber stand auf einem Glas, wo komplett mit Gitter und Stacheldraht umgeben war. Ich wurde extrem an die damaligen Zeiten der DDR erinnert. An der Grenze selber mussten alle auf den Sitzen sein, kein Handy, kein Telefonat, keine Fotos. Dann kam erneut die Kontrolle, Einreise, ESTA und Pass. Das war wirklich eine strenge Grenzkontrolle. Mal schauen wie uns die Leute in den Staaten empfangen und wie uns Seattle gefällt.
See you in the USA. Bye, Bye

Vancouver Island

Wir durften 6 tolle und vor allem sonnige Tage auf dieser sehr schönen Insel verbringen. Die Temperaturen waren allerdings zu kühl für Wassersport. Doch optimal zum Laufen.
Unsere erste Unterkunft war eine kleine Holzhütte mit Blick auf die Bucht mitten im Wald. Überhaupt erlebten wir hier Natur pur. Wir unternahmen Spaziergänge zum Leuchtturm, entlang der Strände und Walks durch den eindrücklichen Regenwald im Pacific-Rim-Nationalpark. Es war wunderschön, in der Morgenstimmung durch diese Stille zu laufen. Es ging über Pfade und Treppen hoch und runter. Aber Vorsicht, slippery when wet! Die unregelmässigen Holztritte waren vom Morgentau extrem rutschig. Ich war schneller unten, als mir lieb war. Und Patrick konnte einmal mehr den Kopf schütteln und lachen. Der Pacific-Rim-Nationalpark an der Westküste von Vancouver Island ist einer der jüngeren Nationalparks in der kanadische Provinz British Columbia. Der insgesamt 511 Quadratkilometer grosse Park wurde 1970 gegründet und erst im Februar 2001 zum Nationalpark ernannt. Der dreigeteilte Pacific-Rim-Nationalpark besteht aus Long Beach, Broken Island und dem West Coast Trail. Aufgrund des ganzjährig milden Klimas und der grossen Niederschlagsmengen verfügt der Park, der jährlich fast eine Million Besucher anzieht, über eine reichhaltige Pflanzen- und Tierwelt. Aufgrund des ganz besonderen Klimas ist im Verlauf der Jahre ein natürlicher und dichter Regenwald entstanden, in dem vor allem riesige bis zu 95 Meter hohe Sitka-Fichten beeindruckend herausstehen.
Die zwei kleinen Orte Ucuelet und Tofino, welche wir besuchten, sind völlig abgelegen im Westen der Insel. Doch in dem kleinen Kaff Tofino, gab es sehr viele Touristen und eine Unmenge von Angeboten. Wassersport, Outdoor Aktivitäten, Bootsausflüge, Wanderungen, Radtouren, Segeltörns und Ausflüge per Flugzeug. Natürlich wurden auch sämtliche Tiertouren angeboten. Ganz gross Whales und Bearswatching. Man kann aber auch Seehunde, Fischotter und Orcas sehen. Wir hatten das Glück auch Tiere ohne Tour zusehen. Beim Bären waren wir allerdings erschrocken. Es war ein Schwarzbär keine 20m vor uns am Fluss, und wartete auf die Lachse. Im Schatten der Bäume und durch seine Farbe und die Farbe der Steine war er absolut gut getarnt. Siehe Fotos.
Ich wollte wissen, wie kalt das Wasser ist (vielleicht könnte man ja doch hinein springen). Ich ging zur Brücke und hielt die Hände in’s Wasser. Dann sahen wir, dass alles voller Jelly Fish ist. Es sah total faszinierend aus, als ob ganz viele kleine, durchsichtige Fallschirme runter schweben würden. Somit hatte ich schnell meine Antwort zum hinein springen. Doch lieber nicht, den diese brennende Erfahrung kenne ich bereits.
Von Ucuelet aus hatten wir 5 Std. Fahrt durch eine bezaubernde Landschaft mit Wälder und Seen nach Victoria. Die attraktive Hauptstadt von British Columbia liegt am südlichen Zipfel von Vancouver Island. Ihr britischer Charakter sieht man noch deutlich. Sei es in der Architektur oder an den roten Doppeldeckerbussen für Stadtrundfahrten. Der Afternoon Tea wir heute nicht einmal mehr in England so pedantisch zelebriert wie in Victoria. Die Scones dazu schmecken himmlisch. Mit Schlagsahne und Konfitüre sowieso. Die Stadt zählt rund 85‘000 Menschen und kein Landstrich in Canada, so heisst es, wird vom Wetter so verwöhnt wie Victoria.
Wir wurden auch verwöhnt. Unser Hotel lag in der Downtown direkt am Wasser. Durch ein Upgrade (warum auch immer? Nicht fragen, Danke sagen) in eine Waterfrontsuite, bot es uns einen super Ausblick in den Hafen. Abends im Bett konnte ich kaum die Augen schliessen. Unser Schlafzimmer mit drei grossen Fensterfronten bis zum Boden (hammermässig), bot uns einen sensationellen Blick. Ich konnte nicht genug zum Wasser, den Schiffen und Lichter sehen. Selbst aus dem Bett sah ich das beleuchtete Regierungsgebäude. Schon in Vancouver war ich völlig fasziniert. Unser Bett im 23. Stock stand gerade am Fenster und wir sahen über die ganze Stadt, tausende von Lichtern. Ich bin total ausgeflippt. Ich dachte ich liege auf einer Wolke, da ich den Boden gar nicht sah. In der frischen, weissen Bettwäsche fühlte ich mich wie eine Prinzessin, welche im Himmel schwebt. Märchenhaft, unbeschreiblich! Zurück zu Victoria. Das wunderschöne, weihnachtlich beleuchtete Gebäude, welches ihr auf den Fotos sieht, liegt an der Südseite des Inner Harbour und ist das Parlamentsgebäude. Ein weiteres Highlight, was man auf einem Foto sieht, waren die Victoria Harbour Ferries. Das sind die kleinen Fährischiffli, welche als Wassertaxis vom Inner, Upper und Outer Harbour schaukeln.
Wir gingen mit der Ferry zur Fishermans Warft. Dort sassen wir am Wasser und plötzlich kommt uns Jemand begrüssen. Ein paar kleine, lustige Seehunde. Absolut genial. Wir zwei Glückspilze durften auch diese Tiere in der freien Natur sehen.
Was in Victoria auf keinen Fall fehlen darf, ist der Besuch der berühmten Butschard Gardens. Der Garten wurde 1904 von Jennie Butchart angelegt. Sie wollte den aufgelassenen Steinbruch verschönern, in dem ihr Ehemann Robert Pim Butchart Kalkstein für Portlandzement hatte abbauen lassen. Von 1907 bis 1912 unterstützte sie der japanischen Landschaftsgestalter Isaburo Kishida, der in dieser Zeit auch weitere Parks in der Region anlegte, beim Ausbau des Gartens. 1939 übergab Jennie Butchart die Verantwortung für den Garten an ihren Enkelsohn Ian Ross. Dieser behielt die Verantwortung für die Erhaltung und den Ausbau die nächsten 58 Jahre. Auch heute befindet sich der Park im Familienbesitz und wird von der Familie verwaltet. Am 12. Oktober 2004 wurden die Butchart Gardens zur National Historic Site of Canada ernannt. Heute gliedert sich der Park in die fünf Hauptbereiche: Der Senkgarten, Rosengarten, Japanische Garten, Italienische Garten und dem Mediterrane Garten. Die einzelnen Teilgärten sind durch verschlungene Pfade und Rasenstücke miteinander verbunden. Der Park beschäftigt ganzjährig über 50 Gärtner. Pro Jahr werden etwa eine Million Pflanzen gesetzt, damit die einzelnen Gärten in den Monaten März bis Oktober in voller Blüte stehen. In den restlichen Monaten des Jahres können Besucher Pflanzen mit bunten Beeren und die teilweise beschnittenen Büsche. Der Garten ist während 365 Tage im Jahr geöffnet und jeden Samstagabend erhellt ein Feuerwerk den Himmel. Für Pflanzenliebhaber ein Muss. Es war ein wunderschöner Ausflug.
Am Mittwoch ging es dann ganz in der Früh zur Ferry, welche uns wieder nach Vancouver brachte. Wir erblickten 3 Wale. GENIAL!
Das dritte Mal Vancouver war wie nach Hause kommen. Eine Stadt die uns völlig fasziniert. Eigentlich sind wir hin und weg. Gut hat uns Niemand einen Job angeboten. (Wie wäre es mit einer Filiale in Vancouver Stefan?)
Am Donnerstag geht es mit dem Zug weiter nach Seattle.
Das heisst, das nächste Mal berichten wir aus der USA.
Bis dann!

Okanagan Valley

I’m singing in the rain……………
Wir verbrachten zwei weitere Regentage bis wir in Osoyoos ankamen. Das Tor zum Okanagan Tal. Als wir in den Ort fuhren, sahen wir zu unserer grossen Freude, die Leute mit Sommerkleidern herum spazieren. Unglaublich, aber dort konnten wir tatsächlich seit langem, wärmende Sonnenstrahlen auf unseren Körpern fühlen. What a great Feeling.
Es war gegen 28 Grad und wir konnten zwei Tage nur im T-Shirt und kurzen Hosen herum laufen. Etwas vom Ersten, was ich natürlich gemacht habe, war ein Sprung in den See. Leider nicht so klar wie in den Rocky Mountains, im Gegenteil. Aber egal, für mich war die Welt in Ordnung. Ich spürte das Wasser und sah rund herum die Berge.

Wir konnten einmal draussen Abendessen und einmal draussen frühstücken. Hurra! Wir genossen es sehr, es war absolut schön, nach den kalten Herbst und Wintertagen plötzlich den Sommer zu spüren. Am dritten Tag hat es aber in Kelowna erneut geregnet und am vierten Tag sassen wir bereits wieder mit Socken und Faserpelz drinnen und haben uns bei laufender Heizung eine heisse Suppe gekocht. Hat es das Tal doch nicht gut gemeint?
Die Abende, wo wir draussen Essen und etwas sitzen bleiben konnten, können wir an einer Hand abzählen. Für die gemütlichen Feuer am Abend, was ich so gerne mag, brauche ich bis dahin gar keine Hand. Dabei hat bei den meisten Campgrounds jeder Platz seine eigene Feuerstelle. Ich wünschte mir so häufig ein Feuer mitten im Wald, mit brutzelnden Steaks darauf. Mmmh! Aber leider nein. Dabei sitze ich liebend gerne in der Dunkelheit um ein wärmendes, romantisches Feuer, wo die Funken nur so sprühen. Wenigsten einmal.

Campingplätze hatten wir sehr viele verschiedene. Patrick mochte eher die offenen, gepflegten Plätze mit Full Service. Ich hingegen die Plätzchen in den Provincialparcs und den Nationalparcs. Sie waren eher einfacher und hatten kein Strom und Wasser. Dafür fand man dort meistens die schönsten, lauschigsten und idyllischen Plätze für sich alleine im Wald. Einfach nur Peace und Quiet.
Die nächsten Tage, wo wir unsere Zeit im Okanagan Valley und beim Shuswap Lake verbrachten, hatten wir durchzogenes Wetter. Meist bewölkt, Regen, etwas Sonne und kühle 15 Grad. Einfach ein paar Grad zu frisch und windig, um es sich draussen gemütlich zu machen. Das Wetter und der Himmel konnten sich innerhalb einer Stunde komplett ändern. Habe es immer wieder einmal draussen versucht. Z.B. unter den hängenden Bäumen in Merritt, um ein wenig Wind und Regentropfen auf zu halten. Zum Glück ist mein Buch so spannend „Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert von Joel Dicker“ damit ich die Kälte und das Wetter um mich nicht wahrnahm. (Übrigens das zweite Buch war auch super Almudena). „Ein ganzes halbes Jahr von Jojo Moyes.“ Bei dem lesen unter dem Baum, sah ich etwas beschissen aus. Der Stuhl, meine Jacke und mein Buch haben etwas abbekommen. Danke liebe Vögel.
Alles Gute kommt von oben.
Tatsächlich, endlich an einem Abend, wo wir für uns alleine im Wald campierten, es war wunderschön und regnete nur leicht, hat es mit dem sehnlichst gewünschten Feuer geklappt. Wir konnten das Erste und leider auch das letzte Mal unser für 5 Dollar erworbenes Grillgitter für die Steaks gebrauchen. Hurra! Was für ein toller Abend. Mit einem Glas Wein am Feuer sitzend in die Natur lauschend.
Weiter ging es dann via Kamloops nach Merritt in’s Nicola Valley. Das schlechte Wetter war ständig unser Begleiter, deshalb mussten wir auch noch in den letzten Tagen auf Abendteuer, Ausflüge und Wassersport sowieso, verzichten.

Harrison Hot Springs………
Ein Ort wo eine prima Ausgangslage für all die Aktivitäten ist. Ein menschenleerer Sandstrand in einer Lagune, wie ein riesen grosses Pool. Wir hatten ein ganz tolles Plätzli etwas abseits vom Örtli. Ein Tischli, Loungesessel, Lämpli und sogar ein Gas Feuer. Da ist ein gemütlicher Abend mit gutem Essen und einem Glas Wein einfach vorprogrammiert. Überhaupt ein Ort, wo wir uns noch gerne länger verweilt hätten. Aber (für uns nicht’s neues) schiffte es an diesem Tag stark und nur einmal. Wir können echt sagen, dass jeder trockene Tag in den letzten 4 Wochen ein Geschenk war. Wir wurden halt einfach nicht sehr reich beschenkt. Vielleicht sind zwei Teufelchen am Reisen? Oder es war einfach nur Pech, dass wir so ein atypischer September erlebten.
Nun ist unser zweit letzter Abend in Harrison Hot Springs, bevor es wieder nach Vancouver zurückgeht. Als wir nach einem Spaziergang völlig durchnässt zurückkamen, sagte ich mir;
If not NOW, when? Da ich eh schon nass war, langsam der Spassfaktor sank und der Frust sich verbreitete, sprang ich desto trotz in’s Wasser. Solche Verrücktheiten unternehme ich allerdings immer nur alleine. Patrick!
Naja, ich denke auch meine Schwestern hätten dies ohne Anhang gemacht. ( Sorry Urs und Rolf ).
Schade, sind sie und mein Bruder nicht da. Dann wären 200% 4 Spinner im Wasser gewesen.
Nachdem es die ganze Nacht durch auf unser Dach prasselte, war nicht’s mit erholsamen Tiefschlaf. Am Morgen zogen wir unsere immer noch nassen Jacken, Käppli und feuchten Schuehe erneut an. Schliesslich mussten wir Sani-dumpen, Wasser und Strom abhängen und die Schläuche versorgen. Das macht bei Regen besonders Spass. Wir sind nass, die Schläuche sind nass und überhaupt ist alles nur noch Pflotsch und Dreck.
Mit einem grossen schmutzigen, nassen Berg Wäsche, feuchten und dreckigen Schuhen, fuhren wir mit unseren Begleiter dem Regen und zusätzlich starkem Wind nach Ford Langley.
Morgen werden wir dann unser fahrendes Zuhause wieder abgeben. Für mich trotzdem schweren Herzens. Trotz ungemütlicher Kälte und Nässe, finde ich das herum ziehen mit einem WoMo etwas vom grössten und für Patrick war es eine Erfahrung.
Ab Donnerstag, werden wir mit einem Mietauto Vancouver Island erkunden. Hoffentlich bei Sonnenschein und wärmeren Temperaturen. Damit wir noch so einiges von unseren geplanten Aktivitäten nachholen können. Schlechter kann es kaum mehr werden.
Sind gespannt und freuen uns sehr auf die Insel.

Übrigens Allen die auf unseren Blog schreiben, ein grosses Dankeschön. Es ist super von Euch zu hören.
Vielen Dank und liebe Grüsse aus Vancouver.

Der Sonne entgegen….

dachten wir zumindest.
Es gibt genau eine Tube, welche bei uns nicht abnimmt, das ist leider die Sonnencrèmetube.
Wir fuhren 5 Tage in den Süden, bis Grand Forks. Das ist gerade an der Grenze zu USA. Wir hatten nur Regen, Regen und nochmals Regen. Zumindest waren die Temperaturen nicht mehr so kalt, trotzdem haben wir es uns etwas anders vorgestellt.
15 Tage so schlechtes, nasses und kaltes Wetter, ist einfach nur bad luck.
Laut Wetterprognosen, unserem Reiseführer und der Tourist Information gibt es ein schönes und warmes Tal. Das ist das Okanagan Tal, welches in Osoyoos beginnt und in Richtung Kelowna führt. Der Osoyoos Lake sei einer der wärmsten Seen. Ich konnte ja noch nicht einmal in einen See springen. Normalerweise gehe ich in jede Pfütze und all die Seen in den Rockys waren glasklar. Wäre das genial gewesen. Das Klima sei in diesem Tal sehr mild und meist sonnig. Hohe Temperaturen und wenig Niederschlag. Dadurch gedeiht in diesem Tal eine wüstenähnliche Vegetation mit Salbeibüschen und Feigenkakteen und es ist das grösste kanadische Weinbaugebiet. Es gibt eine Unmenge von Rebbergen und Winerys. Das klingt schon mal gut und ein Schluck Wein ist auch immer wieder fein.

… und genau dorthin fahren wir jetzt.

ALBERTA

Ich liebe den Herbst, die Herbstfarben, die Berge, die Seen und die Sonne.
In meinen Träumen malte ich mir dies wunderschön aus. Türkisfarbene Seen, umgeben von Rot und Gold und von Bergen mit weissen Gipfeln.
Wir freuten uns sehr auf Alberta mit dem Jasper und Banff Nationalpark. In den Rocky Mountains wollten wir eigentlich die meiste Zeit verbringen. Von der Natur her einfach traumhaft und ganz toll von den Aktivitäten und Möglichkeiten. Für Wanderer ist es das Paradies, genauso zum Biken, Rudern, Fischen, Kanu und Kajak fahren. Zum Schwimmen, Reiten, Fotografieren, River Rafting und noch vielen weiteren Abenteuer. Übrigens Golfplätze gibt es jede Menge. Das wird hier ganz gross geschrieben. (Das wäre ein Traum für Euch Serge und Andrea).
Wir stellten uns jeweils abends ein Feuer mit Barbecue vor. Milde Temperaturen, draussen sitzen und die Natur geniessen.
Die ersten drei Tage hatten wir noch dies schöne Wetter, durften aber kein Feuer machen. Die Waldbrandgefahr ist zu gross. Sie hatten seit Mai einen superschönen und trockenen Sommer, aber mit sehr vielen Waldbränden. Bis wir Ende August kamen. Wir konnten genau einmal draussen Abendessen und einmal draussen Frühstücken und dann kam das schlechte Wetter.
Wie schon im letzten Teil von British Columbia erzählt ging es weiter, wurde als wie kälter, Regen und Schnee kamen und der Wind war bissig.
Wir zogen an, was wir hatten. Es wurde richtig ungemütlich und als wie schlimmer. Draussen hantierten wir mit Handschuhen. Drinnen konnten wir kaum noch etwas anfassen. Die nächtlichen Temperaturen sanken unter 0 Grad. Selbst das heizen nützte nicht mehr. Wir sassen in einem Eiskeller und mussten schauen, dass wir keine Probleme mit den Wasserleitungen bekamen. Langsam liess sogar unsere Körperpflege nach. Wir gingen nur noch jeden zweiten Tag duschen, da es so viel Überwindung kostete. Das Duschmittel war bereits angefroren, die Gesichtscrème fühlte sich wie eine Eismaske an, die Tücher sind feucht und kalt und von den Kleidern und Schuhen sprechen wir erst gar nicht. Brrrrr….. Wenn wir es nicht selbst erlebt hätten, könnten wir es nicht glauben. Selbst für die Einheimischen war es völlig unerklärlich, dass das Wetter bereits Ende August so umgeschlagen hat und vor allem auch so lange anhält.
Unsere Wolldecken haben wir auch nicht mehr. Die liessen wir an der letzten Unfallstelle zurück. (kleine Randbemerkung in Stichworten; Swiss Bike Masters, 2001, Bruno, Duranna, Militärwolldecke).
Leider war es nicht der erste Unfall. Letztes Mal lag ein Lastwagen kopfüber im Graben. Dieses Mal waren es ein Camper und ein Personenwagen die zusammen prallten. Der Camper lag vorne völlig eingedrückt, verschlagen und umgekippt mitten auf der Strasse. Den Personenwagen erkannte man nicht mehr.
Es war bitterkalt, saichte in Strömen und Polizei, Feuerwehr und Sanität trafen erst nach mehr als einer Stunde ein. Es war ganz schlimm, dies mit an zu sehen.
Unsere Fahrt führte uns über Jasper, Lake Louise nach Banff. Eine wunderschöne atemberaubende Landschaft und süsse kleine Orte. Durch das Wetter haben wir jedoch in diesen tollen Nationalparks gar nichts unternehmen können. Wir versuchten uns in Restaurants oder Cafés aufzuwärmen und zogen von Souvenir Shop zu Souvenir Shop und schauten uns immer wieder dieselben Sachen an, lasen immer wieder dieselben Sprüche auf den T-Shirt und staunten über die tollen Schönwetter Postkarten, einfach um der Kälte, dem Regen und dem Wind zu entfliehen.
Nach 10 Tagen ausharren, haben wir in Banff ein Swiss Cheese Fondue genossen. Das war seit langem das erste Mal, wo wir richtig Wärme auftanken konnten. Dort merkten wir erst, dass wir von den letzten Tagen komplett durchgefroren, steif und verkrampft waren. (Freddy würde jetzt sagen; egal, Hauptsache Ihr seid gesund und der Fernseher läuft.) Wir haben tatsächlich 2 Fernseher und einen DVD Player. Die Abende sind bei dem Wetter sehr lang und es wäre eine Abwechslung, sich in eine Wolldecke zu kuscheln und einen spannenden Film zu sehen. Aber in the middle of nowhere haben wir kein TV und die Wolldecken haben wir ja auch nicht mehr.
Am nächsten Tag (es regnete nur einmal) packten wir unsere Sachen zusammen und fuhren einfach Richtung Süden. Wir brauchten dringend Sonne, Wärme, eine Waschmaschine und Wifi, um das Wetter zu verfolgen. Wir entschlossen uns, als es die ganze Nacht weiter regnete, dass wir einfach dorthin weiter ziehen, wo das Wetter am besten ist.
Wo das ist, wissen wir auch noch nicht, das erzählen wir dann das nächste Mal.

British Columbia

The key to happiness is in your own pocket.
Ich weiss, dies tönt einfach. Trotzdem ist es nicht immer möglich. Dass wir diese Möglichkeit und den Mut haben unseren Traum leben zu können, ist unsagbar schön und wir sind sehr dankbar das Glück zu haben.
Bei dieser Gelegenheit nochmals ein ganz grosses Dankeschön an Patrick’s fleissige Eltern, meinem tollen Zwillingsbruder und unsere lieben Nachbarn die zuhause für das Rechte schauen.
Also, die 4 wöchige Abenteuerreise mit dem Camper beginnt.
Wir haben letzten Montag unser Wohnmobil entgegengenommen und sind nun schon seit einer Woche unterwegs. Es ist gewaltig und macht unglaublich Spass. Unsere ersten 2 Nächte verbrachten wir kurz vor Whistler mit einer absolut top Aussicht. Dies übrigens noch bei Sonnenschein und warmen Temperaturen. Der Ort Whistler wird wohl jedem durch die Olympischen Winterspiele von 2010 bekannt sein. Ein kleines St. Moritz, dass aus dem Boden gestanzt wurde. Doch mit ganz vielen schönen und farbigen Häusern, Cafés, Restaurants, Läden, (jeder zweite ist ein Sportgeschäft), Sonnen-und Picknick Plätzchen. Übrigens gibt es überall, ob in einem Park, einer Stadt oder auf dem Land bequeme, farbige Holzstühle, welche einfach zur Benutzung rum stehen, sowie Picknick Tische und Bänke, die jeder brauchen kann. Auch bei den meisten Campgrounds hat jeder bei seinem Platz ein Tisch, Bänke und eine Feuerstelle. Die Kanadier leben wenn immer möglich draussen und lieben Barbecue. Bei full service ist auch Wasseranschluss, Strom und eine Dumpstation dabei, um das gebrauchte Wasser von Bad und Küche abzulassen. Der tolle Ort und die extrem vielen Sportmöglichkeiten ziehen Touristen an. Dort trafen wir das erste Mal nach 5 Wochen auf Schweizer. Von Whistler aus ging es durch eine traumhaftschöne Gegend, durch die Wälder, die Berge hoch und runter und an Seen vorbei. Man kann fast sagen, sehr ähnlich wie in der Schweiz, doch enorm viel grösser, eine unglaubliche Weite.
Die nächsten Übernachtungen verbrachten wir in der Teh neh ah Lodge, ein kleines Paradies, welches von Schweizern geführt wird. (einigen bestens bekannt, gäll Bärli) Ein ruhiger und idyllischer Ort direkt am See. Sie besitzen viele Pferde, ein Wasserflugzeug, Boote und Kanus, um über den glatten See zu paddeln. Nach einem Spaziergang und gutem Essen sassen wir in unseren Campingstühlen mit Blick auf den bezaubernden See, tranken ein Glas Wein und genossen einfach die absolute Ruhe. Schlafen im Camper ist übrigens ein Traum, wenn man so für sich alleine, nur mit Bäumen umgebenen Platz steht. Wir vergessen alles rund herum, lassen uns in einen tiefen Schlaf sinken. Morgens denken wir immer, dass wir früh wach sind, weil es noch ganz still ist und langsam hell wird. Dabei erschrecken wir jedes Mal, wenn wir auf die Uhr schauen. Weil wir spät dran sind. Wir lassen uns jedoch überhaupt nicht hetzten. Wir haben uns eine kürzere Route ausgesucht, dafür bleiben wir dort, wo es uns gefällt. Am liebsten an einem warmen Sonnenplätzchen. Doch leider sind wir im Moment etwas am Frieren. Es ist kalt, windig und regnet. Die Berggipfel sind teils schon mit Schnee bedeckt.
Vom Lac la Hache fuhren wir weiter zum Bridge Lake zum Übernachten und dann nach Clearwater. Dort begann leider nach einer weiteren Übernachtung am Blue River, wo es uns sehr gut gefiel und wir gerne länger geblieben wären, definitiv mit der Schlechtwetterfront. Der Himmel war mit schwarzen Wolken behangen, als ob gleich der Regen beginnt. Doch von den Einheimischen liessen wir uns über das Wetter aufklären. Wenn der Himmel so aussieht, die Wolken so stehen und der Wind von der Seite kommt, wird es aussen rum weggeblasen. Somit bekommen wir keinen Regen ab.
Gut gläubig wie wir sind, fuhren wir bloss mit den Faserpelzen auf unseren Bikes den Blue River entlang. Retour kamen wir völlig verschifft. Aber es hat sich gelohnt, wir sahen die Lachse springen und den ersten Bären.
Jedes Jahr ab Mitte August begeben sich die Lachse, in einer anstrengenden Reise zurück an ihre Geburtsstätte zum laichen. Das ist bereits nach 3 – 4 Jahren, anschliessend sterben sie. Für uns ist das ein faszinierendes Naturritual, wenn die Lachse bei den massiven Stromschnellen ihre Kraft testen.
Das ist natürlich auch eine gute Gelegenheit um Wild zu beobachten, das durch das Laichen der Lachse angezogen wird. Schwarzbären und Grizzlybären geniessen dieses Festessen, das im Übrigen notwendig ist, um ihnen das notwendige Gewicht für den Winterschlaf zu geben.
Mit langen Hosen, Trekkingschuhen, langem T-Shirt, Schal, Faserpelz und Regenjacke kamen wir zu unserem Camper, der etwas im Wald, direkt an einem Fluss steht zurück.
Immer noch mit Faserpelz und der unterdessen angeworfenen Heizung sitzen wir gemütlich in unserem komfortablen WoMo, trinken eine heisse Tasse Tee und lauschen den Tropfen, welche heftig auf das Dach prasseln. Zum Glück haben wir die Küche mit dabei. So warfen wir im trockenen zwei Fische in die Pfanne. Wir lassen uns bei dem guten Abendessen von nichts stören und schon gar nicht den Appetit verderben.
Unterdessen sind wir beim Mount Robson angekommen. Der höchste Berg der Rocky Mountains (3954m). Er ist weiss mit Schnee bedeckt und auch die umliegenden Berge haben einen frisch verschneiten Gipfel.
Nun geht es weiter über die Grenze von British Columbia nach Alberta. Leider ist es wirklich so, dass wir nur die ersten drei Tage schönes und warmes Sommerwetter geniessen durften. Unterdessen ist es wie im Winter. Auf den schönen idyllischen Campingplätzen ist nur noch Sumpf und Pflotsch. Es regnet ununterbrochen, die Berge sind schneebedeckt. Es windet stark und ist bitter kalt. Nachts im Bett hat selbst Patrick (der im Winter mit Kurzarmpjyama und offenem Fenster nicht friert) Socken und Trainerhosen an, das will was heissen.
Am Morgen aus dem Bett zusteigen und nach draussen zugehen braucht Überwindung. Das Schönste wäre jetzt einfach nur eine heisse Tasse guten Kaffee aus der Maschine. Leider kennt man dies hier nicht so. Uns bleibt ein Filterkaffee oder eine heisse Tasse Tee. Jeden Morgen gibt es bei uns frisches Birchermüesli, obwohl beim Früchte schneiden, die Hände fast steif werden. Der Honig bedeckt das Brot mit einer süssen Eisschicht. So campen ist wirklich nur etwas für Warmduscher (gäll Jrène und Rolf ihr kennt das).
Wie es mit uns und dem Wetter weitergeht, erfährt ihr im nächsten Kapital über Alberta.

Die Fotos folgen sobald wir eine bessere Internetverbindung haben.

Bis dann…………………….. tschüüss!